Auswanderung aus Deutschland und Europa - Einwanderung nach Amerika

Konzeption des Projekts; Themen und geplante Beitraege





INHALT:



Methodisches Vorgehen:


1.
Die Schueler/innen arbeiten durchweg ueber einen laengeren Zeitraum in Arbeitsgruppen. Je eine deutsche und amerikanische Arbeitsgruppe arbeiten zusammen. Hauptziele: Teamfaehigkeit und Faehigkeit zur Loesung von methodischen und sachlichen Problemen einueben.

2.
Wir gehen aus von Einzelpersonen als Fallbeispielen. Jede Person wird gemeinsam von deutschen und amerikanischen Schuelern bearbeitet, wobei die deutschen die Zeit vor der Auswanderung, die amerikanischen die Zeit nach der Einwanderung uebernehmen. Jede Figur wird mit stichwortartigem Lebenslauf und ausfuehrlicher Beschreibung auf Webseiten dargestellt. Die Fragen nach den genaueren Umstaenden der Auswanderung ergeben sich dabei von selbst, z.B. die nach Motiven, Finanzierung, Reiserouten, Haefen, Ueberfahrt, Ankunft, Integrationsproblemen im neuen Land.

Die amerikanischen Schueler stellen zusaetzlich Nachforschungen ueber ihre familiaere Herkunft an und informieren darueber. Soweit es um geschichtliche Zusammenhaenge in Bezug auf Deutschland, England, Wales, Schottland oder Irland geht, geben die deutschen Schueler auf Wunsch Auskunft, soweit es zeitlich machbar erscheint.

Wichtig: Quellenangaben.

Ziel: Kommunikation zwischen den Schuelergruppen; Gelegenheit zur Recherche in unterschiedlichen Medien; Fragen zur allgemeinen Geschichte provozieren.

3.
Die Schueler stoßen bei der Recherche auf historische Fragen, die auf die Grundfrage hinauslaufen: "Wie waren die Verhaeltnisse in Deutschland, Europa und Amerika?" Die deutschen Schueler sollten die deutschen und europaeischen, die amerikanischen die amerikanischen Verhaeltnisse auf Webseiten darstellen. Dabei geht es um die Problemkreise "Vorindustrielle Verhaeltnisse in der Landwirtschaft", "Industrialisierung", "Soziale Frage", "Freiheit und Verfassung", usw..

Wichtig: Quellenangaben! Entscheidend ist aber, daß die Fragen von den Schuelern selbst entwickelt werden.

4.
Die Schueler beziehen die Informationen aus unterschiedlichen Medien: Buecher, Zeitschriften, Video, CD-ROM, interne und externe Computernetze. Die GZG-Schueler werden auf jeden Fall als einer von mehreren Schwerpunkten auch im Internet recherchieren. Dabei ist eine multimediale Lernumgebung wichtig, es geht aber auch ohne Recherchen im WWW.

5.
Die Schueler kommunizieren miteinander ueber E-mail, sowohl im Rahmen der Klasse als auch als Gruppe oder individuell. Dabei besteht Gelegenheit und die Notwendigkeit, Rechercheergebnisse auszutauschen, Sachfragen zu stellen und zu klaeren, die Seitenstruktur zu diskutieren, das Layout zu besprechen, die Uebersetzungen gegenseitig zu korrigieren.

6.
Die Projektergebnisse werden laufend, auch im unfertigen Zustand, dokumentiert, das Projekt versteht sich als Modellprojekt.

Personen:

Friedrich Hecker (28.11.1811 - 24.3.1881)

Der Abgeordnete der zweiten badischen Kammer und Rechtsanwalt rief in der Revolution von 1848 zum bewaffneten Kampf auf. In Konstanz rief er die erste deutsche Republik aus. Nach 3 Niederlagen in Serie mußte er ueber die Schweiz nach Amerika fliehen. Dort wurde er Farmer und einer der bekanntesten Vertreter der Deutschamerikaner. Im amerikanischen Buergerkrieg kaempfte er als Oberst der Nordstaaten gegen die Konfoederierten.

Gustav Struve (11.10.1806 - 21.8.1870)

Rechtsanwalt in Mannheim. Weggefaehrte Heckers, nimmt ebenfalls an allen Aufstaenden in Baden fuehrend teil. Er lebte1851-63 in den USA und kaempfte wie Hecker als Offizier der Nordstaaten im Buergerkrieg.

Friedrich List (6.8.1789 - 30.11.1846)

Wohl bekanntester deutscher Wirtschaftsprofessor des 19. Jahrhunderts. Er lernte als Sohn eines Gerbers im elterlichen Betrieb, schlug die Beamtenlaufbahn ein und wurde 1817 Professor. Er interviewte deutsche Auswanderer in Heilbronn und Weinsheim, veroeffentlichte schonungslos die Wahrheit und machte sich unbeliebt. Nach einer liberalen Rede in der wuerttembergischen Kammer hatte er die Wahl zwischen Festungshaft und Auswanderung nach Amerika. Letzteres zog er vor und brachte es zwischen 1825 und 1830 dort zu Reichtum und Ansehen. Als Konsul kehrte er nach Deutschland zurueck und setzte sich fuer die Staerkung des Deutschen Bundes durch Zollfreiheit im Innern und Schaffung eines einheitlichen Eisenbahnnetzes ein.

Heinrich Steinweg (15.2.1797-7.2.1871)

Tischler, dann Instrumentenbauer. Gruendet in Deutschland eine Firma, die 1843 durch die Gruendung des Deutschen Zollvereins gefaehrdet wurde. Nach seiner Auswanderung nach Amerika gruendet er in New York die beruehmte Firma "Steinways and Sons", die Klaviere und die beruehmten Steinway-Fluegel herstellt.

Carl Schurz (2.3.1829 - 14.05.1906)

Nahm am badisch-pfaelzischen Aufstand 1849 (Reichsverfassungskampagne) teil, wanderte 1852 in die USA aus. Er war Gegner der Sklaverei, schloss sich der Republikanischen Partei an und kaempfte als General der Nordstaaten waehrend des amerikanischen Buergerkriegs. 1869-75 Senator von Missouri. 1877-81 Innenminister der USA. Journalist, Mitherausgeber der Evening Post, trat fuer die Integration der Indianer ein. Gegner des Imperialismus.

Claus Spreckel (1828 - 1908)

Geht mit 18 Jahren nach Amerika mit 3 Dollar und einem Zuckerhut in der Tasche nach Amerika. Arbeitet sich zum "Zuckerkoenig" von Kalifornien hoch, der die Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Zuckertrust siegreich besteht. Erfinder des Wuerfelzuckers. Zur Fortbildung in der Zuckerverarbeitung kehrt er zweimal nach Deutschland zurueck. Er baute die groeßte Zuckerruebenfabrik der Welt, baute eine Gasgesellschaft, eine Eisenbahnlinie, eine Reederei. Das "Spreckel Building" war der erste Wolkenkratzer San Francisco. Bei seinem Tode 1908 hinterließ er ein Vermoegen von mehr als 50 Millionen Dollar.

Heinrich Beck

Braumeister, wanderte 1854 nach Amerika aus. Zehn Jahe spaeter kehrte er aus Fort Wain (Indiana) zurueck, beantragte 1872 die Bremer Staatsbuergerschaft und wurde ein Jahr spaeter Mitbegruender der Brauerei Beck und Co. in Bremen. Hier begann er, das helle, untergaerige Bier Pilsener Art zu brauen, das heute als Beck`s weltbekannt ist (Beck`s - Spitzenpilsener von Welt).

Levi Strauss (1829 - 1902)

Bayerischer Tuchhaendler, der im kalifornischen Goldrausch zum Erfinder der Jeans wurde. Die "Levi`s Hosen" sind noch heute das beruehmteste Kleidungsstueck der Welt.



Der Anteil des Englischunterrichts:

1.
Im Englischunterricht werden die deutschen Texte ins Englische uebersetzt. Dabei werden typische Fehler und der im Lehrplan bzw. im Lehrbuch stehende Grammatikstoff besprochen. Dafuer wird auf Lektionen im Buch verzichtet, deren Stoff anhand der aktuelleren Texte des Projekts besprochen wird.

2.
Die Beispieltexte werden auch inhaltlich besprochen: Sprech- und Schreibuebungen der Schueler.

3.
Jeder Schueler legt ein herkoemmliches Vokabelheft an. Es wird eine fuer alle verbindliche allgemeine Liste mit den Woertern angelegt, die im Unterricht besprochen wurden. Auf dieser Wortgrundlage erfolgen Tests und Klassenarbeiten. Die Woerterliste wird auch im Vokabeltrainer zur Verfuegung gestellt.

4.

Der Englischunterricht uebernimmt folgende inhaltlichen Bereiche selbst:

5.
Der Englischunterricht erarbeitet eigene Seiten, die Teil des Gesamtwerks sind. Vom Layout her werden sie einerseits Teil des Ganzen, andererseits eigenstaendig sein, damit der Anteil des Englischunterrichts erkennbar wird.

6.
Der Englischunterricht orientiert sich auch methodisch am uebrigen Projekt: Die Schueler/innen arbeite z.B. in Gruppen, usw. Die Auswanderung aus Irland wird aber ueber einfuehrende Texte angegangen. Die Anzahl der zu behandelnden Materialien wird im Englischunterricht - im Vergleich zu den anderen Faechern - gering bleiben, da im Englischunterricht erschwerend hinzukommt, daß alle Materialien in der Fremdsprache erarbeitet werden muessen.
Insgesamt uebernimmt der Englischunterricht nicht einfach Stuetzungsfunktion, sondern ist integraler Bestandteil des Gesamtprojekts. Die zeitliche Einteilung bleibt Sache der Englischlehrerin, ungefaehr sollte die Sache aber parallel mit dem Deutschunterricht und der amerikanischen Seite ablaufen.


Der Beitrag der Familie Hitzel

Familie Hitzel lebt heute in Toronto / Kanada. Urspruenglich aus Friedrichshafen, wanderte sie vor wenigen Jahren nach Kanada aus und wird einen eigenen Beitrag zum Projekt leisten.

Stephan Hitzel beschreibt den Beitrag der Familie (Aus einer Mail vom 5.11.1996):


Zunaechst habe ich einige duerre Informationen bzgl. einer Familie Hitzel, die vor ca. 150 Jahren nach South Dakota ausgewandert ist.

Der Weg dieser - vermutlichen - Sippenmitglieder ist insofern ein besonderer, als diese Herrschaften durch Kanada (Ontario) in die Gegend der Black-Hills ausgewandert sind. Von dort hat sich dieser Clan durch die ganze U.S.A. ausgebreitet (Californien, Washington State, New Jersey etc.).

Wir haben das Glueck, dass der Dakota-Stamm tatsaechlich an Ahnenforschung interessiert ist und genuegend junge Leute zur Verfuegung stehen, die vielleicht teilnehmen koennen. Der direkte Link zu unserer Familie, also moegliche Gruende und Wanderungswege, sind derzeit noch unbekannt. Meine Schwester im Raum Frankfurt wird uns behilflich sein. Bei Bedarf koennen wir sie ebenfalls ueber Internet (bzw. E-mail) einschalten.

Des Weiteren habe ich noch Kontakt zu einer amerikanischen Familie in Colorado mit deutschen Vorfahren aus dem Raum Ludwigsburg. Diese sind gegen 1890 nach New York ausgewandert. Es ist mir vor Jahren gelungen, die Urspruenge voellig aufzudecken und sogar eine Familien-Wiedervereinigung herzustellen. Wir sind also auch im Besitz dieser Vorgaenge. (...)



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