Das Leben der Arbeiter
Nach Friedrich Engels in den "Briefen aus Wuppertal" (bsv Geschichte 3N):
Engels beschreibt die Situation so:
- Alle Kneipen waren samstags und sonntags ueberfuellt. Um 23 Uhr, wenn sie geschlossen wurden, stroemten die Betrunkenen heraus und schliefen ihren Rausch aus.
- Die Fabrikarbeit raubte den Arbeitern die ganze Kraft und Lebenslust durch das Einatmen von Kohlendampf und Staub statt Sauerstoff.
- Die Weber sassen den ganzen Tag auf ihrem Stuhl im Zimmer und liessen sich vom heissen Ofen das Rueckenmark ausdoerren.
- Drei von fuenf Menschen starben an Schwindsucht, einer Folge des Branntweintrinkens. Dies haette verhindert werden koennen, wenn die Fabriken nicht so schrecklich gefuehrt worden waeren.
- Syphilitische und Brustkrankheiten von der harten Arbeit.
- In Elberfeld wurden von 2500 schulpflichtigen Kindern 1200 dem Unterricht entzogen. Diese Kinder mussten in der Fabrik arbeiten. Dadurch sparte der Unternehmer viel Geld, weil ein Kind gerade mal die Haelfte einen Erwachsenen verdiente.
Noch um 1900 gibt es in Berlin 30.000 Wohnungen, in denen sechs und mehr Personen in einem Zimmer hausen. Selbst in solchen Wohnungen wurden noch Betten auf Zeit an sogenannte Schlafgaenger vermietet. (Schmid: Fragen an die Geschichte, Band 3, S. 211)
Alexander