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Projektunterricht am
Graf-Zeppelin-Gymnasium
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Referat: Biographie – Hermann Hesse

Die Jahre seiner Kindheit, Jugend und Buchlehre

Hermann Hesse wurde am Montag, den 2.7.1877 in Calw, einer kleinen Stadt im nördlichen Schwarzwald, geboren. Sein Vater, Johannes Hesse, wurde 1847 als Sohn eines Arztes aus Estland geboren, seine Mutter war Tochter eines Missionars und hieß Marie Gundert. Sie wurde 1842 in Indien geboren. Hesse war ein sehr großes, schweres, schönes Kind, das gleich Hunger hatte.

Seine Familie war religiös geprägt, er wurde auch auf diese Weise erzogen. Die elterliche und großelterliche Welt, in die der Junge hineinwuchs, atmete Enge und Weite zugleich. Mit Pfennigen musste gerechnet werden, deshalb war Hesse wahrscheinlich auch in seinen späteren Jahren so sparsam.  Er wohnte von 1881 bis 1886 mit seinen Eltern in Basel. Sein Vater erwarbt in dieser Zeit die

Schweizer Staatsangehörigkeit. Der junge Hesse war ein phantasiereiches Kind, voll Energie und Temperament. 1883 besuchte er das Ralleytzeum und die Lateinschule in Göppingen, wo er 1890 das württembergische Landesexamen ablegte. Er schlug eine Theologenlaufbahn ein. Marie Hesse brachte ihren Sohn zum Teil aus erzieherischen Gründen nach Göppingen, da er ein sehr schwieriges Kind gewesen sein soll. 1891 und 1892 war er evangelisch-theologischer Seminarist im Kloster Maulbronn. 1892 floh er aus dem Seminar, da er sich dort eingesperrt fühlte. Ihn hat zu dieser Zeit die Kunst des Dichtens so sehr fasziniert, dass er sagte, er möchte "Dichter oder gar nichts" werden. Nach einem Selbstmordversuch wurde er 1893 in die Nervenanstalt Stetten im Remstal eingeliefert, aus der er aber schnell wieder entlassen wurde. Danach bestand er sofort das Einjährige-Freiwilligen-Examen am Gymnasium in Cannstadt. Er brach Ende 1893 diese Ausbildung ab, um eine Buchhändlerlehre zu beginnen. In der Buchhandlung Hackenhauer fing er seine vierjährige Lehre an. Er verbrachte dort täglich zehn bis zwölf Stunden. Aber bereits nach drei Tagen brach er wiederum die Lehre ab und versuchte sich in den verschiedensten Lehren in den unterschiedlichsten Branchen. 1896 gab er sein erstes Buch "Romantische Lieder" der Öffentlichkeit preis.

Allgemein:

Hermann Hesses Herkunft, Kindheit und Jugend haben sein Dichten und Denken ein Leben hindurch stets von Neuem beschäftigt. Diese Aussage wird durch ein Zitat von Hesse bestätigt: "Es ist den Dichtern gegeben, dass sie sich mehr als andere Menschen ihres frühesten Lebens erinnern." Dieses versuchte er auch in seinen Werken wiederzugeben. Auch schrieb er in seinen Büchern meist über sein Leben und seine Erfahrungen. Wenige Dichter haben die kindliche Psyche so ernst genommen, bei wenigen stehen Probleme der Erziehung und Bildung so sehr im Zentrum ihres Werkes. Aber dieses Erinnern an die Jahre der Kindheit und Jugend ist nicht nur gefühlvolles Spiel mit besonnter Vergangenheit, sondern wichtigster Teil eines Werkes. Hermann Hesse spiegelte durch andere Personen sein Leben in seinen Werken wieder, so kommt man oft ins Rätseln, ob er damals noch mehr Probleme hatte als angenommen? Oder hat er diesen Personen noch andere Eigenschaften gegeben?

Quellen:   www.Hermann-Hesse.com  www.Referate.de 

Dies war der Referatteil von Nicole Labus


Die Jahre zwischen 1896 und 1914

1899 erschienen sein erster Gedichtband  „Romantische Lieder“ und die Prosaskizzen „Eine Stunde hinter Mitternacht“, die jedoch trotz einer wohlwollenden Rezension von Rainer Maria Rilke (1875-1925) kaum Beachtung fanden. Diesen Gedichtband hatte er seiner Mutter gewidmet, welche das Erscheinen des Buches jedoch nicht mehr erlebte.

1902 stirbt seine Mutter. Hesse schrieb ein Jahr später: “so verdanke ich das Beste was ich geistig besitze, unserer lieben Mutter, die ich immer wieder lebendig um mich fühle“. 

1903 gelingt ihm sein Durchbruch als Schriftsteller mit dem Werk „Peter Camenzind“. Dieses Buch hatte er Ludwig Finckh gewidmet. Mit der Geschichte des Bauernjungen Camenzind  aus Nimikon überwand er eine weitere schwere Phase seines Lebens. Als die Buchausgabe in „der Neuen Rundschau“, erscheint, wird der zu dieser Zeit noch unbekannte Hermann Hesse berühmt. Bis 1909 wurden 50.000 Exemplare gedruckt. Außerdem fährt er in diesem Jahr nach Florenz. Zur Reisegesellschaft zählt u.a. auch Maria Bernoulli.

1904 Eheschließung mit Maria Bernoulli, die aus altem Basler Gelehrtengeschlecht stammt. Mit ihr bezieht er ein Bauernhaus in Gaienhofen (Bilder siehe hier). Er mietet nur die Hälfte des Hauses; der andere Teil bestand aus Scheune und Stall. Für Hesse war dies etwas Besonderes, weil es „der erste Zufluchtsort“ seiner jungen Ehe war; wie er selber sagte. Zu dieser Zeit arbeitet er als freier Schriftsteller und arbeitet für Zeitschriften und Zeitungen. Im Laufe seines Lebens schrieb Hesse über 3000 Rezensionen für 50 verschiedene, deutschsprachige Zeitungen.

In Gaienhofen baut und bezieht er später auch ein eigenes Haus. Hier lebt er bis 1912 und in dieser Zeit werden ihm drei Söhne geboren: Bruno (1905), Heiner (1909) und Martin (1911). Als Bruno geboren wurde, entstanden viele weitere Gedichte und Erzählungen. Dann aber muss die Wohnung geräumt werden, die aber ohnehin nur ärmlichen Bedürfnissen entsprach. 

1906 verfasst er sein Werk „Unterm Rad“. Diese Schulgeschichte trägt wie schon „Peter Camenzind“ autobiographische Züge. Hesse möchte mit diesem Werk mit dem Schulsystem der „wilhelmischen“ Zeit abrechnen.

1910 verfasst er sein Werk „Gertrud“

1911 tritt eine „Indienreise“ mit seinem Freund, dem Maler Hans Sturzenegger an; tatsächlich sah er aber nur Ceylon und Hinterindien. Aus gesundheitlichen Problemen wurde sein eigentlicher Plan, die Wirkungsstätte seines Vaters und Großvaters, an der indischen Malabarküste zu besuchen, vereitelt. Diese Reise war eine Flucht aus der bürgerlich - familiären Sesshaftigkeit; man sagt auch der Versuch, eine „Erlösung von Europa“ zu finden.

Wie man am Beispiel Hans Sturzenegger sieht, schloss Hesse viele Freundschaften mit Malern und Dichtern. Die Höri war damals wie heute ein Stück Land am Untersee, wo viele Maler sesshaft wurden. 

1914 verfasst er sein Werk „Rosshalde“.

Dies war der Referatteil von Violeta Arvaj

Quellen: www.hermann-hesse.de


Die Jahre zwischen 1927 und seinem Tod am 9.8.1962

Am 2. Juli 1927 feierte Hermann Hesse im kleinen Freundeskreis seinen 50. Geburtstag. An diesem Tag nahm er sich nicht das Leben, was er manchmal für sich in seinen Krisenzeiten als Möglichkeit offen gehalten und in Briefen an Freunde angedeutet hatte.

Einen Monat zuvor war die Biographie von Hugo Ball, einem langjähriger Freund Hesses, über Hesses Leben und Hesses „Steppenwolf“ erschienen. Hesse war dabei, eine lang andauernde Depression zu überwinden, und er fand für sich einen Ausgleich seiner widersprüchlichen Charakterseiten.

-  Seine Partnerschaft mit Ninon, die er 1931 heiratete, bereicherte sein Leben und engte ihn weniger ein, als seine beiden Ehen mit Mia und Ruth. Sie hielt bis zu seinem Lebensende.

- Das mit Hesse befreundete Schweizer Ehepaar Bodmer finanzierte ihm in Montagnola im Tessin einen Hausbau nach seinem Geschmack, so dass Hesse mit seiner Frau nun einen festen Wohnsitz hatte. Gartenarbeit, Wanderungen, Naturverbundenheit und seine unzähligen Landschaftszeichnungen verhalfen ihm zu mehr Ausgeglichenheit und psychischer Stabilität.

Alle Werke Hesses sind ein Spiegel seiner jeweiligen Erfahrungen, Entwicklungen und Konflikte. Besonders auch seine über viele Jahre fortgesetzte Psychoanalyse bei Dr. Lang und seine Freundschaft mit Carl Gustav Jung, dem berühmten Schweizer analytischen Psychologen, halfen mit, Hesses Romanfiguren tiefgründig zu gestalten und mit Beschreibungen aus seiner eigenen Entwicklung auszustatten. So ist auch „Narziss und Goldmund“, eines seiner bekanntesten Werke, an dem er seit 1927 arbeitete und das 1930 erschien, Ausdruck seiner eigenen inneren Gegensätze und deren Überwindung durch persönliche Entwicklung:

Narziss verkörpert den Verstand. Mit Disziplin, Selbstbeherrschung und wissenschaftlicher Arbeit steigt er zum Prior innerhalb des Klosters Mariabronn auf (vgl. Maulbronn – Hesses Schule, an der er scheiterte). Seinen Freund Goldmund treibt es in die Welt. Er ist Künstler und Vagabund und sucht alle sinnlich erlebbaren Freuden. Nach Goldmunds Rückkehr ins Kloster zu Narziss als schwer kranker Mann schnitzt er eine wunderbare Madonna und stirbt dann. Er findet in seiner Freundschaft mit Narziss und seiner Kunst eine letzte Vollkommenheit. Das Buch kam bei Kritikern und Lesern sehr gut an.

Nach Hitlers Machtergreifung 1933 kam es wie während des 1. Weltkriegs für Hesse wieder zu Konflikten. Hesse war überzeugter Pazifist und gegen jeden engstirnigen Nationalismus und Rassismus. Andererseits vermied er es immer, konkret politisch Stellung zu beziehen. Er wollte durch seine Werke auf den Leser einwirken. Während des Aufstiegs des Nationalsozialismus bekommt Hesse seine Gelder aus deutschen Verlagen (Fischer, dann Suhrkamp) nicht mehr in die Schweiz überwiesen. So veröffentlicht er in einer schwedischen Literaturzeitschrift und bespricht deutschsprachige Schriftsteller wie Sigmund Freud, Thomas Mann, Franz Kafka und andere. Die meisten davon sind in Deutschland unerwünschte, weil „jüdische“ Autoren. Jetzt wird er von zwei Seiten angegriffen. Die Nazis setzen ihn zwar nicht auf die Liste verbotener Autoren und seine Bücher werden nicht verbrannt, aber es werden Schmähschriften gegen ihn geschrieben, in denen ihm Verrat am deutschen Schrifttum vorgeworfen wird. Emigranten und Gegner von Hitlers Deutschland andererseits werfen ihm vor, dass er zu wenig öffentlich Stellung nimmt und aus der sicheren Schweiz zu Protest gegen Hitler aufrufen könnte. Hesse selbst versucht immer, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen und weist darauf hin, dass seine Bücher und Aufsätze eine eindeutige, nämlich antinationalsozialistische Sprache sprechen. Vielen Künstlern und politisch Verfolgten wurde in seinem Haus im Tessin auf ihrer Flucht ins sichere Ausland Zwischenstation und Hilfe gewährt.

Auch wenn Hesse seine große Depression hinter sich hatte, verbrachte er viel Zeit bei Kuraufenthalten. Augenentzündungen, Gicht und Rheumatismus quälten ihn weiterhin. 1935 nahm sich sein Bruder Hans das Leben und die Erinnerung an eigene Gedanken an einen Freitod verfolgten ihn erneut. Während der Jahre des Aufstiegs Hitlers bis zum 2. Weltkrieg arbeitete Hesse am "Glasperlenspiel". Es ist sein Alterswerk und Gipfel seines literarischen Schaffens:

Die Geschichte spielt in Kastalien einige Jahrhunderte nach unserer Zeit. Nach Kriegen, moralischem und kulturellem Zerfall und Egoismus (Anspielungen auf seine Zeit) schließt sich eine Gruppe von Menschen zusammen, die dies verändern und Werte und Bildung bewahren wollen. Eine Verbindung von Wissenschaft, Kultur, Musik und Moral wird angestrebt. Als Symbol dieser Einheit steht das Glasperlenspiel, zu dessen Erlernen man Vollkommenheit und umfassendes Wissen braucht. In diesem Rahmen spielt Josef Knechts Leben. Als hochmusikalischer Schüler durchläuft er die besten Schulen Kastaliens und wird im Orden der Glasperlenspieler deren Meister. Aber nach Erreichen dieser Vollkommenheit im Glasperlenspiel erkennt Knecht, dass auch dies nur ein Schritt im ewigen Werden der Menschen ist. Er verlässt Kastalien und ertrinkt bald darauf in einem  Bergsee. Kastalien war für Hesse selbst und viele seiner Leser Zufluchtsort, wo er sein Ideal der Menschlichkeit und Liebe leben konnte.

1942 schließt Hesse das "Glasperlenspiel" ab und schickt es nach Berlin zu seinem Verleger Peter Suhrkamp. Der Roman konnte aber nicht veröffentlicht werden, die Nazis hatten Hesse nun auf ihrer Liste unerwünschter Autoren. Suhrkamp musste ihn wieder zurückschicken und Hesse veröffentlichte ihn in einem Schweizer Verlag. Erst nach dem Krieg, 1946, erschien er in Deutschland.

Das "Glasperlenspiel" war Hesses letztes großes Werk. 1942 wurde noch eine Gesamtausgabe seiner über 600 im Laufe von 50 Jahren geschriebenen Gedichte herausgegeben. Hesses Gedichte stehen in der Tradition des deutschen Volksliedes, von Goethe und den Romantikern. In der Form schloss er sich nie der Moderne des 20 Jh. an, seine Gedichte sind aber reich an Bildern und Gefühlen.

In den Jahren nach dem Krieg bekommt Hesse jährlich Tausende von Briefen, die er auch meistens beantwortet. Oft sind es Briefe von jungen Menschen, die an gesellschaftlichen Normen leiden und ihren eigenen Weg suchen.

Hesse hat während des Krieges den Schweizer Gottfried-Keller-Literaturpreis bekommen. Nach dem Krieg wurde ihm 1946 der Frankfurter Goethe-Preis und in Schweden der Nobelpreis für Literatur verliehen. 1947 überreichte man ihm in Deutschland zwei weitere Literaturpreise und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Die Preise nahm Ninon für ihn entgegen. Er selbst schrieb nur die Dankesreden, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr reisen. Er litt an einer lange nicht erkannten Leukämie, an der er im Alter von 85 Jahren starb.

Nach dem Weltkrieg wurde Hesse in Deutschland viel gelesen, das Interesse erstarb aber langsam (die 68er-Generation hielt ihn für zweitrangig). Dafür gab es in den USA, Japan und Australien einen richtigen Hesse – Boom, aber auch hier in Deutschland wird er heute wieder seinen Verdiensten entsprechend gewürdigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur:

 Die war der Referatteil von Marina Pichler  


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Zuletzt aktualisiert: 11.03.06