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Die Oberzeller Kirche Sankt Georg

Themen

Baugeschichte

Die Baugeschichte der Kirche "St. Georg" in Reichenau/Oberzell reicht (laut einer Chronik Hermann des Lahmen ) bis in die Regierungsjahre des Abtes Hatto I. , 888 - 913, zurück. Unmittelbarer Anlass für die Errichtung einer neuen Kirche war die päpstliche Schenkung der Georgsreliquie an das Kloster Reichenau. Baugeschichtliche Untersuchungen haben erbracht, daß sich nach dieser ersten Bauphase mehrere Umbauten belegen lassen. Der Eingangsbereich mit der Nikolaskapelle und der Eingangskonche wurde z.B. erst im 11. Jhrt. hinzugefügt. Auch der hochgelegte Chor und die Krypta stammen mit Sicherheit nicht aus der Zeit des Baubeginns. Alles in allem ist St. Georg als frühmittelalterliche Säulenbasilika trotz aller Veränderungen ein gutes Beispiel für karolingische bzw. frühmittelalterliche Klosterarchitektur.

Funktion und Bedeutung

Die Kirche St. Georg diente der Aufbewahrung der Georgsreliquie, die aller Wahrscheinlichkeit nach ins Fundament des Chorraumes eingelassen wurde. Da die Georgsreliquie in der mittelalterlichen Glaubensvorstellung ein äußerst wertvoller sakraler Gegenstand war, fiel der Kirchenbau dementsprechend prunkvoll und repräsentativ aus. Daneben erfüllte St. Georg im alltäglichen Leben des Klosters aber auch eine ganz praktischen Zweck: denn als abgelegene "Außenstelle" des Klosters bot sich hier die Gelegenheit zu einem meditativen und zurückgezogenen Leben einzelner Mönche. Davon zeugen Reste von Anbauten im Norden der Kirche, aber auch die massiven Zellen im Querhaus des Chorraumes, die als Wohnstätte dienten.

Der heutige Bau

Das Äußere

St. Georg macht von außen einen massiven, schwerfälligen Eindruck. Hervorstechendes Merkmal sind die großen Mauerflächen, die duch funktionale Bauelemente gegliedert werden. Eine ornamentale Fassadengestaltung fehlt ganz. Die primitiven Strebepfeiler sind ein Produkt des späten Mittelalters: sie haben trotz der geringen Fensterflächen die Aufgabe, die Außenwände zu stützen. Untersuchungen haben gezeigt, daß die Fundamente der Kirche kaum in den Erdboden reichen. Als typisch für die frühmittelalterlichen Bauten kann die Funktionalität der Architektur und die Entsprechung von äußerer und innerer Raumgliederung festgehalten werden. Das Gebäude ist aus einzelnen typologischen Bauelementen, also Vorhalle, Langhaus, Zellenquerhaus, Turm, zusammengesetzt.

Das Innere

(Schematische und idealisierte Grundrißzeichnung) von St. Georg