Jahresarbeit von Bernhard Vesenmayer, GZG
(Graf-Zeppelin-Gymnasium, Friedrichshafen)
Deutscher Widerstand 1933-1945
Inhalt:
- 1933:
- 1.4.: Erster organisierter Judenboykott (wegen Protesten aus dem Ausland gestoppt )
- 1935:
- 16.3.: Gründung der katholischen „Abwehrstelle gegen die neue Weltanschauung “ in Köln
- Herbst: Zusammenfassung der kath.-monarchischen Widerstandsgrüppchen durch Adolf von Harnier
- 1936: Festigung rhein.-kath. Widerstandsgruppen und Kontaktaufnahme mit anderen Wider-
standsgruppen.
- 1937:
- 4.-28.4: Berliner Katholikenproze ß
- 1.7.: Verhaftung Martin Niemöllers
- 3.10.: Verhaftung von Pfarrer Paul Schneider
- 1938:
- 4.2.: Ludwig Beck wird Generalstabschef
- Sommer: Planung einer Entmachtung Hitlers durch die zivile und militärische Opposition
- 18.8: Rücktritt Becks wegen Hitlers Angriffsplan auf die Tschechoslowakei
- 1939:
- Sommer: Abermalige Planung einer Entmachtung Hitlers durch die zivile und militärische Opposition,
diesmal zur Verhinderung des Krieges.
- August: Zerschlagung der Widerstandsgruppe des Adolf von Harnier.
- Winter: Aus den KZ entlassene kommunistische Funktionäre bauen neue Widerstandsgruppen auf.
Verschiedene, aus unterschiedlichen Gründen gescheiterte Pläne von zivilen und
militärischen Widertstandsgruppen zur Ausschaltung Hitlers.
- 1940:
- Frühjahr: Weitere Beseitigungspläne scheitern. Kommunisten verstärken Organisationsbemühungen.
- Juni: Hitler erreicht den Höhepunkt seiner Macht => weitgehende Isolierung des zivilen und
militärischen Widerstandes.
- 1941:
- Neuformierung des zivilen und militärischen Widerstandes.
Festigung des Kreisauer Kreises.
Aufbau einer militärischen Widerstandsgruppe durch Henning von Treschkow.
- Juli/August/November/Dezember: Kirchliche Proteste gegen die Ermordung Geisteskranker.
- 1942:
- Februar: Zerschlagung der kommunistischen Uhrig-Gruppe
- 18.5.: Zerschlagung der kommunistischen Baum-Gruppe
- August: Zerschlagung der „Roten Kapelle“
- 1943:
- 5.4.: Verhaftung Hans von Dohnanys und Kaltstellung des Generals Hans Oster.
- 1.10.: Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg nimmt seine Dienstgeschäfte als Chef des
Stabes im „Allgemeinem Heeresamt Berlin“ unter General Friedrich Obricht auf.
- 1944:
- Januar: Verhaftung des Solf-Kreises
Verhaftung von Helmuth Graf von Moltke
- 22.6.: Erstes Treffen zwischen Julius Leber und Adolf Reichwein vom Kreisauer Kreis und
Mitgliedern des illegalen Zentralkomitees der KPD in Berlin.
- 11.7.: Termin für den Attentatsversuch Stauffenbergs auf dem Berghof.
- 15.7.: Attentatsversuch Stauffenbergs im Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreu ßen.
- 20.7.: Bombenattentat Stauffenbergs in der Wolfsschanze => Führer überlebt
Erste Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Attentat Stauffenbergs in der Wolfsschanze.
- August: Beginn der Prozesse vor dem Volksgerichtshof.
Erste Hinrichtungen
- 1945:
- 28.4.: Aufstandsversuch der „Freiheitsaktion Bayern“ in München.
- 30.4.: Selbstmord Hitlers
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- 1933:
- März: Kurt Lutter macht Sprengstoffattentat bei einer Wahlveranstaltung und wird
gefangengenommen. Später wird er mangels Beweisen freigelassen.
- 1936:
- 4.7.: Schwarze Front Otto Strassers versucht ein weiteres Attentat. Aber der Attentäter, Helmut
Hirsch, wird vorher festgenommen.
- 1937/38:
- Die schwarze Front plant weitere Attentate.
- 1938:
- 9.11.: Maurice Baraud versucht ein Pistolenattentat bei der Trauerfeier, scheitert aber an den
Absperrungsmaßnahmen. Später versucht er ihn bei einer Briefübergabe zu
erschießen, wird aber festgenommen, weil er sich auffällig gemacht hatte.
- 1939:
- Oktober/November:
Legationsrat Erich Kordt soll Hitler töten, damit der Generalstabschef einen Putsch
veranstalten kann. Scheitert aber an den verschärften Sicherheitsma ßnahmen.
- 18.12: Maurice Baraud wird hingerichtet.
- Jahr: Der kommunistische Leiter Dr. Beppo Römer untersucht Attentatsmöglichkeiten, wird aber
1942 mit anderen Widerständlern hingerichtet.
- 1943:
- 13.3.: Ein Offizier will Hitler in Smolensk erschießen, gibt den Plan aus Rücksicht auf andere
Offiziere aber auf. Später versteckt er eine Bombe in Hitlers Flugzeug. Das scheiterte aber,
weil die Zündung versagte.
- 1944:
- 11.3: Rittmeister v. Breitenbach will Hitler bei einer Besprechung erschießen. Dieses Vorhaben
scheiterte auch, da Ordonnanzen nicht zugelassen waren.
- 21.3: Oberst v. Gersdorff will sich und Hitler bei einer Ausstellung in die Luft sprengen. Scheitert
aber, weil Hitler zu früh geht.
- Anfang: Axel v. d. Bussche und Leutnant Ewald v. Kleist wollen sich bei der Uniformvorführung mit
ihm in die Luft sprengen. Das mißlingt, weil Hitler zufällig nicht erscheinen kann.
- 6./11.7.: Stauffenberg will Hitler in die Luft sprengen. Verschiebt es aber, weil Hitler und Göhring
nicht erschienen sind.
- 20.7.: Stauffenberg verübt das Bombenattentat in der Wolfsschanze, aber Hitler überlebt .
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Seit 1933 versammelten sich die „Alten Kämpfer“ zum „Gedenktag der Gefallenen der Bewegung“. Regelmäßig
hält Hitler am die Rede von 20:30 - 22:00. Das wollte Johann Georg Elser ausnutzen. Er sammelte Sprengstoff
um ihn bei seiner Rede in die Luft zu sprengen. Er ließ sich dann nachts im Haus einschließen und höhlte einen
Pfeiler aus, in das er, gut getarnt, den Sprengstoff deponierte. Danach stellte er den Zeitzünder auf 21:20. Doch
auch dieser klug ausgetüftelter Plan scheiterte durch einen Zufall. Hitler mu ßte nämlich schon um 21:07 gehen,
weil er sein Flugzeug erreichen mu ßte.
Dieses Attentat kostete 8 Menschen das Leben und 60 wurden schwerverwundet.
Beweggründe Elsers:
- Er war schon immer gegen den Nationalismus
- Er war auch gegen die Hitlerjugend (Zitat: „Durch die Hitlerjugend ist man nicht mehr
Herr seiner Kinder“)
- Er merkte auch, daß man in Sachen Religion beschränkt worden war. (Zitat: „In
religiöser Hinsicht kann der Arbeiter sich nicht mehr so frei betätigen“).
- Er erkannte schon früh, daß ein Krieg durch die Forderungen Hitlers an die anderen
Länder unvermeidlich war.
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1. Die meisten Widerständler handelten aus Gewissensgründen. Sie bemerkten schon früh, daß diese Politik
nichts Gutes bringt. Auch der Judenhaß war ihnen nicht entgangen. Sie konnten diese Mißstände nicht einfach
so lassen. Und die Regierung „legal“ zu stürzen war unmöglich, weil das die Gesetze nicht zuließen und weil
sie zu viele Anhänger hatte. Also gab es für sie nur den einen Ausweg: Hitler töten(Stauffenberg).
2. Diejenigen, die Hitler nicht töten wollten versuchten das Volk durch Flugblätter aufzuwiegeln(Scholl).
3. Andere Widerständler handelten aus politischen Gründen, weil sie der Opposition angehörten (Kordt). Aber
auch sie taten es bestimmt aus Gewissensgründen, denn sie konnten es auch nicht mehr ansehen wie die Re-
gierung immer mächtiger und „unanfechtbarer“ wurde.
4. Manche Gruppen bestanden hauptsächlich aus Juden, und die wollten einfach nicht mehr ausgesto ßen, ver-
folgt, geha ßt werden (Baum-Gruppe). Und wenn sie die Regierung stürzen könnten, im Notfall auch durch Er-
mordung Hitlers, würden sie endlich wieder normal leben, dachten sie. Wenn es ihnen gelungen wäre Hitler am
Höhepunkt seiner Macht zu töten, dann wäre es ihnen noch schlechter gegangen, weil die Anhänger Hitlers
fürchterlich ihre Wut auf die Juden auslassen würden, denn die haben ja ihren Geliebten Führer getötet.
5. Die meisten Attentäter waren Offiziere, weil diese besseren Einblick in die Machenschaften Hitlers hatten. Und
so besser über die Judenvernichtung und den Krieg Bescheid wußten. Weil ihre es ihre hohe Position leichter
machte ein Attentat auf Hitler zu verüben, waren sie schnell entschlossen.
6. Einige haben bestimmt versucht ihn umzubringen, weil sie arbeitslos waren und sich durch den Tod Hitlers ein
besseres Leben erhofften.
7. Bestimmt haben ein paar sehr Gläubige Christen sich gegen Hitler aufgelehnt, weil das wichtigste Gebot ( Du
sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst ) bei seiner Politik überhaupt nichts galt. Diese Christen haben
sicher nicht versucht ihn umzubringen, weil das ja auch wieder gegen ein Gebot verstoßen würde, aber sie ha
ben ihn dann bestimmt versucht wie die "Weiße Rose", das Volk aufzuwiegeln.
Quellen: Ulrich Cartarius: Opposition gegen Hitler
Fabian v. Schlabrendorff: Offiziere gegen Hitler
Wolfgang Benz / Walter v. Penle: Lexikon des dt. Widerstandes
Steinbach Tuchel: Widerstand 1933-1945
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Ludwig Beck: 29.6.1880 - 20.7.1944 (erzwungener Selbstmord)
Berufssoldat
Generaloberst (1935 - August 1938), danach Chef des Generalstabes, später Privatmann
Zentralfigur des Bürgerlichen und militärischen Widerstandes
Wilhelm Canaris: 1.1.1887 - 9.4.1945 (hingerichtet)
Berufssoldat
1935 Leiter des Amtes Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht
Admiral
Februar 1944: Entlassung
23.7.1944: Verhaftung
Claus Graf Schenk von Stauffenberg: 15.11.1907 - 20.7.1944 (erschossen)
Berufssoldat
Militärischer Widerstand
1940: Organisationsabteilung im Oberkommando der Wehrmacht
1943: Wegen schwerer Verwundung in Afrika, Chef des Stabes Ersatzheer in Berlin.
20.7.1944: Attentat auf Hitler in der Wolfsschanze, danach Tod durch Erschießen
Henning Treschkow: 10.1.1901 - 21.7.1944 (Selbstmord)
Berufssoldat
Militärischer Widerstand
1941 - 1943: Generalstabsoffizier im Oberkommando der Heeresgruppe Mitte.
1944: Generalmajor, später Chef des Generalstabes der 2.Armee
Johann Georg Elser: 4.1.1903 - 9.4.1945 (ermordet)
gelernter Schreiner
1930: arbeitslos
1933: Gelegenheitsarbeiten
Bürgerbräu-Attentat
Verhaftung
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Baum-Gruppe:
- Leiter: Herbert Baum, Marianne Cohn, Martin Kochmann und Sala Rosenbaum
- Mitglieder: Fast nur Kinder/Jugendliche, aber hauptsächlich Juden.
- Taten: 18.5.1942: Brandanschlag auf die antikommunistische Wanderausstellung „Das
Sowjetparadies“.
- Ende: 22.5.1942: Wurden wahrscheinlich durch Verrat verhaftet => kaum einer überlebte.
„Weiße Rose“:
- Leiter: Hans und Sophie Scholl
- Taten:
- 1942: veröffentlichen/verteilen Flugblätter gegen den Nationalismus.
- 18.2.1942: verstärken die Verteilung der Flugblätter.
- Ende: 22.2.1943 werden verurteilt und nahmen die ganze Schuld auf sich um andere zu
entlasten => Sie starben als Märtyrer.
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