F R O H E B O T S C H A F T
Der Evangelist Matthäus erzählt von einem Stern, der bei der Geburt Jesu am
Himmel aufging. Alle konnten ihn sehen, aber nur wenige trauten seiner Botschaft.
(Aus dem Matthäusevangelium, 2. Kapitel, Verse 1-12):
Aus den Magiern wurden im 6. Jahrhundert Könige.
Im 9. Jahrhundert kannte man dann sogar ihre Namen:
Kaspar, Melchior und Balthasar.
In Mailand tauchten schließlich ihre angeblichen Gebeine auf, und nach
der überführung dieser Reliquien nach Köln durch Erzbischof Rainald
von Dassel erlebte ihr Kult nördlich der Alpen im 12. Jahrhundert einen
großen Aufschwung. Noch heute schickt der Kölner Erzbischof die
großen und kleinen Sänger hinaus in die Straßen, damit sie von Frieden
und Heil künden.
Schon bald wurden wurden bei den Weihnachtskrippen die drei Könige
anstatt der Hirten verwendet. Mal wurden sie als Vertreter der damals
bekannten drei Erdteile, mal als Könige und türkische Herrscher
dargestellt.
übriggeblieben ist von den vielen Bräuchen das Sternsingen der Kinder,
die als Könige verkleidet mit einem leuchtenden Stern voran von Haus zu
Haus ziehen und mit Liedern um milde Gaben bitten.
Der Zug der Sternsinger soll die Getauften an ihre Verantwortung für die
Ausbreitung des Glaubens erinnern und Spenden für diese weltweite
Aufgabe der Kirchen erbitten.
Mit der Anrufung der Magier verband man einen Abwehrsegen gegen
alles Unheil im kommenden Jahr für Haus und Hof. Den meisten ist der
mit Kreide an die Haustür geschriebene Spruch
z. B. 19 * C + M + B * 96 ein Zeichen, daß die Sternsinger/innen am
Dreikönigsfest die Wohnungen besucht haben.
Die bundesweite Aktion hat einen festen Platz in der katholischen
Jugendarbeit eingenommen.
In Gruppenstunden, vorbereitenden Gesprächen und Wortgottesdiensten
soll zusammen mit den mithelfenden Erwachsenen ein Bewußtsein für
die Probleme der unterentwickelten Länder, für die Not in der Dritten
Welt geweckt werden.
Kinder übernehmen die Rolle, Frieden in der Welt zu leisten. Außerdem
lernen sie die Geschichte und Bedeutung anderer Länder kennen. Somit
ist Sternsingen nicht nur dazu da, möglichst viel Geld zu sammeln und
damit Kindern in armen Ländern eine Freude zu machen.
Die Aktion Dreiköngssingen wurde vom
Päpstlichen Missionswerk der Kinder ( PMK )
in Deutschland ins Leben gerufen.
Seit 1964 ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
mitverantwortlich für das Sternsingen.
" Damit Kinder leben können" - dieser Satz zeigt das Ziel und den
Auftrag, denen diese Projekte dienen. Sie sind eine Hilfe gegen die
Bedrohungen für die Gesundheit der Kinder in den armen Ländern
Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Ozeaniens.
Alle Projekte müssen unmittelbar Kindern und Jugendlichen zugute
kommen. Dabei ist der soziale und pastorale Gesichtspunkt in gleicher
Weise von Bedeutung.
Es werden Projekte gefördert, durch die die Lebensbedingungen und
Zukunftschancen der Kinder verbessert werden. Ebenso wichtig ist der
Einsatz in Katastrophengebieten, wo schnell eine überlebenshilfe
gegeben werden muß.
Bei allen Projekten wird versucht, Hilfte zur Selbsthilfe zu leisten.
Kindergärten
Vorschulerziehung
Betreuung von Kleinkindern berufstätiger Eltern
Ausbildung von Kindergärtnerinnen
Schulen
Grundschulen
weiterführende Schulens, besonders für Mädchen
Schülerwohnheime für Kinder aus ländlichen Gebieten
Internatsschulen für den Nachwuchs in geistlichen Berufen
Schulgebühren für Waisen- und Flüchtlingskinder
Alphabetisierungsprogramme für die Eltern
Wasserversorgung
Trinkwasserversorgung für Schulen und Kinderheime
sanitäre Einrichtungen
Bewässerung von Schulgärten
Katastrophenhilfe
Medikamentenlieferung
Unterbringung von Flüchtlings- und Waisenkindern
Hausbau für kinderreiche Familien
Wiederaufbau von Schulen und Heimen
Kinderkatechese
Ausbildung von Katecheten für den Religionsunterricht
Unterstützung einheimischer christlicher Kinder- und
Jugendbewegungen
katechetische Sommerlager
Sonntagsschulen
Berufsausbildung
Einrichtung von Klassen für Berufsschulunterricht
handwerkliche Ausbildungszentren für Jugendliche
landwirtschaftliche Ausbildung für vorzeitige Schulabgänger
Kindertagesstätten
vorübergehende Aufnahme von Straßenkindern
Betreuung von Kindern aus zerrütteten Familien
Wiedereingliederung ind den Schulbesuch
Ernährungsprogramme
Waisenhäuser
Aufnahme von Kindern, deren Mütter bei der Geburt gestorben sind
Aufnahme von Straßenkindern
Aufnahme von straffällig gewordenen Kindern u. Jugendlichen
Anschaffung von Fahrzeugen zur Kontaktnahme mit den Angehörigen
Einrichtungen für behinderte Kinder
Beratungsprogramme für Familien mit behinderten Kindern
Ausbildung von Pflegepersonal für geistig behinderte Kinder
Anschaffung von Fahrzeugen zur Beförderung behinderter Kinder
Zentren für Gesundheits- und Ernährungsprogramme
Beratungsprogramme für Mutter und Kind
Einrichtung von Tagesküchen
Einrichtung von Krankenstationen und Dorfapotheken
Beihilfe für stationäre Behandlung f. Kinder aus mittellosen Familien
Anbau von Landwirtschaft u. Kleinviehzucht zur Selbstversorgung
Ausbildung von Kindern leprakranker Elter
Zur Vorbereitung gehören übungsstunden, in denen wir mit unserer
Chorleiterin Veronika Weber die Lieder üben, die wir bei den Familien
singen. Dies ist natürlich besonders wichtig für die Kinder, die zum
ersten Mal beim Sternsingen mitmachen.
Eine Stunde wird dazu verwendet, Kronen zu basteln.
Am Ende der Vorbereitungszeit müssen dann noch die Gewänder
ausgesucht bzw. anprobiert werden.
Die Sternsinger werden innerhalb eines Gottesdienstes ausgesendet. Die
Sendung erfolgt vor dem Schlußsegen.
Vorher werden die Sternsinger, ihre Kreide und die Sterne gesegnet.
Das geht etwa wie folgt vor sich:
In früheren Jahren mußten wir in die Häuser, in denen wir niemand
antrafen, noch einmal gehen. Das konnte dann dazu führen, daß wir am
Ende nicht mehr genügend Zeit hatten, alle Gemeindemitglieder zu
besuchen. Aus diesem Grund wurde es ab 1996 so gemacht, daß wir
bei den Leuten, die wir nicht antrafen, einen Zettel in den Briefkasten
werfen mußten.
Beim Besuch der Menschen singt man, trägt Gedichte vor und schreibt
den Segensspruch an die Tür.
Das geht in folgender Reihenfolge vor sich:
Den feierlichen Abschluß der Sternsingeraktion bildet jedes Jahr ein
festlicher Gottesdienst am Dreikönigsfest, an dem alle Sternsinger/innen
teilnehmen.
Als Sternsinger habe ich viele schöne, aber auch weniger schöne
Erlebnisse gehabt. - Manche Leute knallten uns die Tür vor der Nase zu,
wieder andere hatten "jetzt gerade" keine Zeit. Es kam sogar vor, daß
jemand sagte, es sei niemand zu Hause. - Einmal hatte uns ein Arzt
außerhalb der normalen Sternsingerzeiten zu sich gebeten. Der Grund war
seine Geburtstagsfeier. Da viele bekannte und auch reiche Leute da
waren, hofften wir auf reichliche Spenden, aber von diesen reichen
Leuten wurden wir ziemlich enttäuscht.
Allerdings muß ich sagen, daß die schönen Erlebnisse doch überwiegen.
Arme Menschen spendeten für ihre Verhältnisse sehr viel. Manche
freuten sich so, daß sie weinen mußten. Viele gaben uns zu ihrer Spende
zusätzlich noch Nüsse, äpfel und vor allem Süßigkeiten. Vor ein paar
Jahren haben alle Sternsinger von Petrus Canisius beschlossen, alle
Süßigkeiten kroatischen Kindern, die während des Krieges einige
Wochen in Friedrichshafen waren, zu schenken.
So habe ich durch die Sternsingeraktionen viele verschiedene Menschen
kennengelernt und erfahren, daß die Hilfsbereitschaft der Menschen
insgesamt doch sehr groß ist.
Mit der Teilnahme am Sternsingen möchte ich persönlich den Kindern in
der Dritten Welt helfen, d. h. ich möchte meine Freizeit für sie opfern,
aber auch mit gutem Beispiel vorangehen und die Menschen anregen, den
armen Kindern zu helfen. Ein weiterer Grund ist, daß wir auch den
Menschen, die wir besuchen, Freude bereiten. Nicht zuletzt möchte ich
sagen, daß mir das Sternsingen viel bedeutet, weil es ein
Gemeinschaftserlebnis ist und es Spaß macht, bei den Menschen zu
singen.
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