Referat von Jenny Markwat Geschichte LK 1995/96
Das russische Zarenreich im 19 Jh.
Umgewandelt in HTML von Christian Putze
Rußland im 19 Jh.
Er war der Enkel Katharinas II. Er wurde in Ideen der Enzyklopädisten erzogen und
träumte von einer Verfassung für Rußland, somit war er das genaue Gegenteil
seines Vaters. Alexander I wollte kein Despot sein, sondern die Menschen als
Herrscher der Befriedigung und Versöhnung glücklich machen.
Unter seiner Herrschaft hielt die Expansion an. Georgien wurde in Besitz
genommen und 1802 tritt die Türkei Bessarabien an Rußland ab. Finnland wird
ebenfalls 1809 von Schweden an den Zaren abgetreten. 1815 bestimmte der Zar
auch, auf dem Wiener Kongreß, bei der Neuordnung Europas mit. Er trug zur
Schaffung eines Königreichs Polen bei, von welchem er gleichzeitig König war.
Alexander I regierte das Kongreßpolen in einer Personalunion. Er behandelte es
wie eine Provinz Rußlands. Auf dem Wiener Kongreß gründete er außerdem die
Heilige Allianz, welche eine einzige, christliche Nation mit Gott als Souverän zum
Ziel hatte. Dies zeigt, daß er trotz liberaler Ideen und Verfassungsplänen nicht auf
die autokratische Herrschaft verzichten wollte.
Die Innenpolitik unter Alexander I war wohlmeinend. Es erschienen liberale
Zeitschriften und Juden und Sektierer wurden tolerant behandelt. Kolonisten,
Deutsche, Südslawen und Tschechen fanden ein neues Heim in dem so
entwicklungsfähigem Südrußland, welches sogar Ansätze zur Bauernbefreiung
zeigte. Der Innenminister Speranskij lieferte dem Zaren ein durchgereiftes
Reformprojekt, das in einer Verfassung gipfelte. 1809 kam es zum
Zusammentreten des Staatsrates, welcher der zukünftigen Staatsduma übergeordnet
war.
Die Niederwerfung Napoleons führte zu großen wirtschaftlichen Opfern und zu
schweren Verlusten der Volkskraft. Das Ergebnis war eine große Weltstellung.
Aber nur das Königreich Polen bekam eine Verfassung. In Rußland begann nun ein
stark militärisch gefärbter Despotismus. Das Heer sicherte den Einfluß der Heiligen
Allianz, es wurde also nach Möglichkeit gefördert. In zahlreichen Gebieten wurden
Militärkolonien angelegt. Meutereien und militärische Geheimgesellschaften
enttäuschten den Kaiser, was dazu führte, daß er schroffer wurde. Es war nun keine
Rede mehr von Bauernbefreiung und die Zensur war strenger als jemals zuvor. Es
kam zur Verfolgung und Ausmerzung aller liberalen Ideen an den Universitäten.
Religiöse Einkehr, Mystizismus, die Absage an alle rationale Weltauffassung
setzten sich durch. Sekten fanden neue Anhänger und der römische Katholizismus
gewann viele Gläubige.Es kam zu einer Spaltung der Gesellschaft. Die einen
strebten der Idee der Revolution entgegen, während sich die anderen dem
romantisch, verklärtem Altrussentum zuwanden.
1816 gründete sich die erste Geheimgesellschaft aus adeligen Offizieren. 1817 kam
es zum Bund der Rettung oder der wahren und echten Söhne des Vaterlandes.
Ihr Ziel war ein vollkommener Neuaufbau der russischen Gesellschaft. sie wollten
das Existenzminimum für jeden Bürger, Landanteil, Gewissens-und Pressefreiheit,
ein Unter-und ein Oberhaus und eine zentralistische Regierung durch eine
staatliche Duma.
1825 starb Alexander I. Dies ließ die Frage der Reform akut werden.
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Er war ein Mann von eisernem Willen und durch und durch Soldat. Er war allem
Mathematischem und Technischem zugetan. Sein Charakter war geradlinig und
geometrisch. Nikolaus I war erfüllt von dem Glaube an Rußland und seine
Aufgabe, dieses große Erbe in Namen Gottes zu verwalten. Er war sehr angetan
von der preußischen, pflichtbewußten militärisch- bürokratischen
Staatsüberlieferung.
Seine erste Tat war die Niederwerfung des Dekabristenaufstandes 1825. Dies war
eine Revolte junger Gardeoffiziere, welche die Beteiligung des Volkes an der
Regierung und die Aufhebung der Leibeigenschaft forderten. Die Verschwörer
bekamen harte Strafen. Die Antwort des Kaisers darauf war die Sammlung aller
Kräfte und Machtmittel in seiner Hand. Der Zar regierte 30 Jahre. Es kam zu
zahlreichen Bauernaufständen. Gebildete Leute emigrierten oder verzweifelten. Die
Regierung war kalt, unbeweglich und ohne Einfühlung.
1831 warfen russische Truppen den polnischen Aufstand nieder. Dies hatte zur
Folge, daß die Verfassung Polens aufgehoben wurde und Polen als unterworfene
Provinz regiert wurde.1849 griff Nikolaus I in die ungarische Revolution ein, aus
Angst, sie könnte auf Polen übergreifen.
Die Führung ging mehr und mehr in die Hand des Zaren über. Die westliche
Bildung wurde systematisch ferngehalten,die Agrarreform durfte nicht mehr
diskutiert werden und es kam zu Polizeiverfolgungen, bei allem was sich
freiheitlich regte. Der Höhepunkt des Polizeiregimes war erreicht.
Aber der Zar war nicht grundsätzlich gegen Bildung, deshalb kam es zur
Vermehrung der Gymnasien und das wissenschaftliche Niveau wurde gehoben.
Gleichzeitig wollte man jedoch die Bildung den Söhnen von Adeligen und
Beamten vorbehalten. Die Erziehung sollte sich auf 3 Pfeilern aufbauen: der
Autokratie, der Orthodoxie und dem Patriotismus. Polizeispitzel sorgten, wie
überall für die Durchführung der Anordnungen. 1849 wurden die Lehrfächer
Philosophie, Staatsrecht und Volkswirtschaftslehre mit der Begründung, daß sie
den Staat gefährden, verboten.
Aber die vornehmste Sorge Nikolaus’ I war der Kampf gegen die Revolution. Dies
sah man an seiner Politik in Deutschland, in den führenden Hauptstädten
unterhielt die russische Diplomatie sehr genaue Berichterstattung.
Nikolaus I sah sich zu Recht als Sieger der Revolution von1848. Polen und Ungarn
waren durch Rußland ‘pazifiert’, Preußen hatte oft genug Fügsamkeit gezeigt und
wurde als eine Art Vasall behandelt. Österreich war zu Dankbarkeit verpflichtet
und schien leicht zu gewinnen durch das Angebot eines Balkanlandes, wo
Unruhen und Freiheitssehnsucht wuchsen. Mit England glaubte der Zar im Reinen
zu sein und Frankreich hielt er außenpolitisch für vollkommen isoliert. Aber der
Zar hatte sich getäuscht. England war nicht dazu bereit, Rußland beim Krimkrieg
beizustehen, unter anderem, weil Alexander Herzen seine Ansichten über Rußland
in England weit verbreiten konnte. Auf jeden Fall stand Nikolaus I alleine dem
ottomanischen Reich gegenüber, welches von den Westmächten unterstützt wurde.
Es folgte der Krimkrieg ( 1853- 1856). Der Krieg wurde 1856 mit dem Frieden
von Paris beendet.
1855 beging Nikolaus I wahrscheinlich Selbstmord.
Zum Inhalt
Er war ein Militärautokrat, leicht zu beeinflussen und er Probierte gerne Ratschläge
aus. Ihm fehlte das Verständnis für die Not Rußlands, und die geistige Kraft
Abhilfe zu schaffen. Er lockerte die Zwangsherrschaft und das Verbot der
Auslandsreisen fiel. Das Universitätsstudium wurde lockerer gestaltet.
Das dringende Problem war die Bauernbefreiung. Das russische
Nationalbewußtsein war seit dem verlorenem Krimkrieg empfindlich verletzt. Man
schob den Grund für die Niederlage auf die schwache Armee, die aus leibeigenen,
rekrutierten Bauern bestand. Die Leibeigenschaft war also ein nationaler Schmach.
Das sich stellende Problem war nun, wie die Bauern, bei möglichst geringer
Schädigung der Grundbesitzer, existieren können und gleichzeitig ihren
Steuerpflichten nachkommen können. Am 19. Februar 1861 erfolgte die
Bauernbefreiung. Die Hauptbestimmungen waren für die wirtschaftliche und
soziale Zukunft Rußlands entscheidend:
1. Die Bauern erhalten die persönliche Freiheit im Sinne voller Individueller
Rechtsfähigkeit.
2. Das Land bleibt Eigentum der Grundherren.
3. Die Bauern erhalten Landanteile zur Nutzung, deren Größe sich je nach
Bodenbeschaffenheit und Klima richtet.
4. Sie sind zu Ablösungszahlungen und Diensten verpflichtet, bis sie den
Landanteil käuflich erwerben können.
5. Die Regierung schießt den Grundbesitzern die Loskaufsumme in Form von
Darlehen vor.
6. Dafür entrichten die Bauern 49 Jahre lang 6% des Bodenwertes an den Staat.
Es gab auch noch den sogenanntan Bettelanteil, den viele Bauern wahrnahmen. Er
erläßt die Ablösungsschulden, wenn sich der Bauer mit ¼ der normalen Landzu-
teilung für immer begnügt.
Der Mir blieb bestehen. Er war eine kollektive Bauerngemeinschaft, d.h. die
Gemeinschaft verfügte über das Gesamtland und das Land wurde regelmäßig
umverteilt. Der Sinn bestand darin, daß der Mir kollektiv haftbar, für die
Ablösesummen an den Gutsbesitzer, war. Er musste dafür sorgen, daß jeder auf
dem Land arbeiten konnte und das Land behielt, so daß es niemandem
weggenommen werden konnte. Die negativen Folgen waren, daß private
Investitionen nicht möglich waren, und die geringe Produktivität blieb, da die
Motivation sehr gering war. Außerdem steigerten die Rückwanderungsbewegung
und das Bevölkerung-swachstum das Elend. Die Aggrarflächen wurden parzelliert.
Diese Form der Bauernbefreiung löste allgemeine Enttäuschung aus. Der
unabsehbare Ablösungs-prozeß, das starke Bevölkerungswachstum und die
Tatsache, daß die Landlose zu klein und die finanzielle Belastung zu groß waren,
führte zur wachsenden Verelendung und Hungersnöten. Das Resultat waren
zahlreiche Bauernrevolten. Man kann also sagen, daß die wirtschaftliche Lösung
verfehlt blieb. Die anscheinende Aussichtslosigkeit den Zarismus zu reformieren,
Kirche und Bürokratie, von ihren despotischen Ausbeutungsmethoden zu befreien,
hatte einen fanatischen Terrorismus zur Folge. Die Zarenattentate begannen. Der
Zar reagierte mit der Einstellung der Ansätze der Schul- und Justizreform und dem
Verbot der Pressefreiheit.
1881 erlag Zar Alexander II einem Bombenattentat.
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Sein Charakter war einfach und harmlos für die Politik war er allerdings
untauglich. Seine anti- deutsche Stimmung wurde durch seine dänische Frau
bestärkt. Er lief einen reaktionären Kurs mit dem Prinzip der Selbstherrschaft. Die
Autokratie wurde durch die orthodoxe Kirche gestützt. Die Selbstverwaltung der
Universitäten wurde vernichtet und das liberale Zeitungswesen wurde zerstört. Die
Biblioteken wurden von weltlichen Schriften gereinigt und die Volksschulen
wurden der Geistlichkeit unterstellt. Die Sekten wurden bekämpft und die Juden
wurden wirtschaftlich eingeschränkt und wurden am Studium gehindert. In der
Armee herrscht ein herangezüchteter Kastengeist. Ansätze zur Selbstverwaltung
wurden beschnitten, was besonders den Bauern schadete. Die bäuerliche
Heimindustrie wurde, durch die Großziehung industrieller Massenerzeugung, tief
getroffen. Diese Entwicklung förderte die Proletarisierung auf dem Land und die
Mittelbetriebe konnten sich nicht mehr halten. Die Abwanderung verteuerte die
ländlichen Arbeitskräfte. Sogar der grundbesitzende Herrenstand kam in
Verlegenheit und musste sich verschulden. Der Schutzzoll fördert die Industrie,
aber der Großteil der Bevölkerung hatte mit erbärmlichen Lebensverhältnissen zu
kämpfen. im Gegensatz dazu kam ein neuer bourgeoiser Reichtum auf. Es kam zur
Verschärfung der sozielen Spannung.
Das Mittel der Regierung zur bekämpfung dieser Situation, war die Anwendung
militärisch- bürokratischer Gewalt. Trotzdem stand sie den chronologisch hin und
her wandernden Hungersnöten machtlos gegenüber.Das Volk war von dem Gefühl
unaufhaltsam und unrettbar dem Abgrund entgegenzutaumeln beherrscht. Der
westliche Sozialismus drang trotzdem ein- Plechanow und Axelrod bildeten die
‘Gruppe der Befreiung der Arbeit’. Das russische Weltreich war im Begriff eine der
gewaltigsten imperialistischen Bildung der Zeit zu werden.
1894 starb Alexander III.
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Die Industrialisierung befördert den Marxismus. Es kam zu zahlreichen Streiks, um
die Arbeitsbedingungen zu verbessern, und zu diversen revolutionären
Bewegungen. Der Zarismus versuchte unter Ministerpräsident Stolypin die Reform
von oben. Revolutionäre wurden blutig verfolgt. Die Regierung veranlaßte eine
gewaltige Agrarreform, welche die selben Folgen hatte wie bei Alexander II. Es
bestand ein Rivalitätsverhältnis zwischen Rußland und Japan, seit dem verlorenen
Krimkrieg. Japan Fühlte sich durch Handels- und Expansionspolitik in China
bedroht, insbesondere durch den Ausbau der mandschurischen Eisenbahn und des
Port Arthur. Rußland schätzte Japans Kriegspotential falsch ein. Rußlands Ziel war
es, durch einen Krieg gegen Japan, eventuell die innenpolitischen Probleme zu
lösen.Die Russen hatten im Russisch- Japanischen- Krieg (1904- 1905) viele
Niederlagen zu beklagen. Am 23. August kam es zum Frieden von Portsmouth,
welchen T.Roosevelt vermittelte. Dies war der Auslöser für die Revolution von
1905. Rußland verlor zum ersten Mal gegen ein 3. Weltland und verlor die
gesammte Flotte. Rußlands Ansehen war für die gesamte Welt geschädigt und das
Zarenregime wurde erschüttert. Die wachsenden Mißstände führten zur Bildung
verschiedener revolutionärer Gruppen (siehe rev.Bewegung im 19. Jh.).
Der Ablauf der Ereignisse der Revolution von 1905 sah folgendermaßen aus :
Die Belegschaft der Putilow- Werke (größtes Schwer- und Rüstungsindustrie
Unternehmen) in Petersburg trat in den Streik. Am 9.Januar kam es zum
sogenannten ‘Blutsonntag’ in St. Petersburg. 140000 Menschen zogen mit Fahnen
und Bildern des Zaren, unter der Führung eines Popen, vor das Winterpalais. Ihre
Forderungen waren die bürgerliche Freiheit, ein Parlament und eine wirtschaftliche
Erleichterung z.B. den Achtstundentag.
Die Regierung hatte bereits ihre Truppen zusammengezogen und empfing die
Demonstranten mit Gewehrsalven. Das Resultat waren über tausend Opfer und
Empörung. Die revolutionäre Erregung durchlief alle Stände. Da die Regierung die
Kontrolle verloren hatte entstand zum ersten Mal eine Art von öffentlichem
politischen Leben. Sogar die Presse äußerte sich frei. Die stärkste Kraft war die
Arbeiterstreikbewegung. Eine Demonstration aller oppositionellen Schichten gegen
die Autokratie, zwang die Regierung in einem wichtigen Punkt nachzugeben. Der
Zar erließ am 17. Oktober ein von Minister Witte verfaßtes Manifest, das seinen
Untertanen die bürgerlichen Freiheitsrechte und eine gesetzgebende Versammlung
von gewählten Volksvertretern (Duma) versprach. Die Duma wurde im April 1906
eröffnet. Es war jedoch nur eine Scheinverfassung mit einem Scheinparlament, da
alles weiterhin unter der Kontrolle des Zaren stand.
Zum Inhalt
Sie kam bereits in den 30er Jahren an den Universitäten auf. Den Begriff gibt es
allerdings erst seit 1860. Die Intelligentsia bestand aus : jungen Adeligen, die aus
Schuldgefühlen, gegen die Leibeigenschaft und gegen die Privilegien der Adeligen
waren; aus jungen Leuten aller Stände, die sich den Zugang zur Bildung mühsam
erkämpft hatten und aus Popensöhnen die gegen die Orthodoxie waren und die
Soziale Frage auf radikale Weise lösen wollten.
Die Klassenstruktur des alten Rußlands bestand aus 2 Klassen, dem Adel und den
Bauern. Kaufleute, Geistliche und Handwerker waren zahlenmäßig und sozial
unbedeutend. Nun bildete die kleine Gruppe der Intelligentsia, eine neue soziale
Kategorie, die zum Teil die Funktion des revolutionär gestimmten Bürgertums
übernahm. Da der Polizeistaat aber keine staatsbürgerlichen und sozialpolitischen
Initiativen erlaubte, wurden die Kritik und die Entfremdung radikaler, und die
Zukunftsentwürfe utopisch.
Zum Inhalt
Sie sind die Anhänger einer philosophisch- politischen Ideologie, die die Eigenart
und die geschichtliche Aufgabe Rußlands gegenüber Westeuropa betonen. Sie
verherrlichen das alte vorpetrinische Rußland und bewundern den friedlichen
Gemeinsinn der Bauern. Die Slavophilen waren Gegner des Systems Nikolaus’ I
und der zu Staatszwecken mißbrauchten Kirche. Sie verwarfen jedoch nicht
grundsätzlich die Autokratie und die Orthodoxie.
Zum Inhalt
Sie entstanden um 1840. Die Westler schlugen eine politisch- publizistische
Richtung ein. Ihr Ziel war ein enger Anschluß Rußlands an die westeuropäische
Kultur und Regierungsform.
Zum Inhalt
Er war der bedeutenste Vertreter der revolutionären Intelligenz. Herzen war ein
Schüler Hegels und der französischen Utopisten. Er war geschockt durch die
Korruption, die Geldgier und den politischen Triumph der Großbourgeoisie, die er
1847 in Frankreich erfuhr. Dies erschütterte sein Bild des westlichen Fortschrittes.
Er war der Ansicht, daß Rußland dazu berufen ist, auf eigenem Wege die soziale
Gesellschaft der Zukunft zu verwirklichen.
Zum Inhalt
Sie bestand aus Kleinbürgern, Söhnen von Beamten, Geistlichen und Adeligen, die
mit ihrem Stand gebrochen hatten. Sie betrieben eine umfassende Planung der
Gesellschaft und idealisierten die bäuerliche Kommune.
Zum Inhalt
Er war für einen spontanen Aufstand der Bauern und eine gesetzlose Landnahme.
Bakunin war ein Anarchist und ging davon aus, daß alles Übel vom Staat ausgeht,
da dieser Autorität und Zwang bedeutet. Er wurde in Österreich zu Tode verurteilt
und dann doch nach Rußland ausgeliefert. Er saß 7 Jahre lang in der Peter- Paulus-
Festung in St. Petersburg und wurde dann nach Sibirien verbannt. Von dort aus
konnte er über Japan nach Amerika flüchten und tauchte 1861 in den Kreisen von
Alexander Herzen auf. Sie besaßen beide den Glauben an die Berufung des
russischen Bauerntums. Nur mit dem Unterschied, daß Herzen Bildung für das
unwissende Volk erreichen wollte, während Bakunin für Agenten des Aufruhrs
war, mit dem Ziel, eine auf dem freien Zusammenschluß von
Produktionsgemeinschaften beruhende Gesellschaft mit kollektivem Eigentum zu
gründen, so daß der Staat überflüssig wird.
Zum Inhalt
Sie setzten sich zusammen aus jungen intellektuellen Männern und Frauen, die das
gemeinsame Ziel hatten, das unwissende Volk über die Ursachen ihres Elends
aufzuklären. 1874 starteten sie eine spontane unorganisierte Aktion, die viele
Verhaftungen zur Folge hatte. Sie bereiteten sich auf das Attentat des Zaren vor.
Dies war sozusagen die Kriegserklärung an den Staat. Am 1. März erlag der Zar
Alexander III schließlich einem Bombenattentat. Das Volk erhob sich daraufhin
nicht, und die Revolutionäre wurden verfolgt und unterdrückt.
Zum Inhalt
Die industrielle Entwicklung setzte in Rußland erst in den 60er Jahren ein. Da sie
von der Regierung gefördert wurde kam es zu einem Aufschwung. Der Staat
finanzierte vorallem die Eisenbahnlinien. Westliche Aktionäre besaßen um die
Jahrhundertwende 70% der Bergwerke und 42% der Metallindustrie. Die Industrie
wurde durch hohe Schutzzölle geschützt und der Getreideexport wurde gefördert.
Das Getreide war nur konkurrenzfähig, wenn die Arbeitskräfte sehr billig waren, da
die agrarwirtschaftlichen Methoden veraltet waren.
Die sozialen Verhältnisse waren sehr schlecht. Es gab Arbeiterkasernen, Frauen-
und Kinderarbeit, Hungerlöhne, 13-stündige Arbeitstage und gewerkschaftliche
Zusammenschlüsse waren verboten. Trotzem erzwangen illegale Organisationen in
den 90er Jahren durch Streiks, daß Kosakenabteilungen vor den Fabriktoren
aufgestellt werden, und daß Maßnahmen des Arbeiterschutzes ergriffen werden.
1897 erreichte man die Verkürzung der Arbeitszeit auf 11 ½ Stunden. Zu Beginn
des 20. Jh. war Rußland Großmacht und Entwicklungsland in einem, u.a. weil es
wirtschaftlich von ausländischem Kapital abhängig war.
Der Marxismus versucht nun die These von der entwicklungsmäßig notwendigen
Überwindung des Kapitalismus auf Rußland anzuwenden. 1901 entstand die
sozialrevolutionäre Partei, welche sich aus Anarchisten und Volkstümlern
zusammen- setzte. Die Lehren von Marx wurden studiert. Ein Vermittler der
marxschen Lehre war Georgi von Plechanow (1857- 1918). Bereits 1895 wurde der
Kampfbund für die Befreiung der Arbeiterklasse gegründet. 1898 kam es zur
Gründug der Russischen Sozialdemokratischen Partei, welche aber von der
Regierung wieder aufgelöst wurde, da Parteien erst 1906 erlaubt wurden.
Zum Inhalt
Die potemkinschen Dörfer waren Scheindörfer, die anlässlich der großen Reise,
Katharinas II ,in die Krim (1787) rasch aufgebaut und zum Schein bevölkert
wurden, um der Zarin einen blühenden Zustand des Landes vorzutäuschen. Der
Name geht auf einen Liebhaber Katharinas II, dem Fürsten Potemkin zurück,
welcher den Bau dieser Dörfer auch veranlasste.
Zum Inhalt
Quellenangabe :
Geschichte, Politik und Gesellschaft 2
Cornelsen Hirschgraben
Knaurs Weltgeschichte
Veit Valentin
Brockhaus Enzyklopäie
Spektrum der Weltgeschichte
Time-Life