Referat LK Geschichte 96/97 Ali Wind
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Christian PutzeAppeasement Policy bedeutet Beschwichtigungspolitik und ist die Bezeichnung für die Außenpolitik Großbritanniens 1935-39.
1. Zeitlicher Ablauf
13.1.1935 Eingliederung des Saarlandes nach erfolgreicher Abstimmung
3.2.1935 Vorschlag Großbritanniens und Frankreichs:
- Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund
- 'Ost-'Locarno
- Teilnahme an Abrüstungsverhandlungen
- Schutzabkommen vor Luftangriffen mit Locarno-Staaten
=>Deutschland lehnt ab, da Frankreich und Großbritannien aufrüsten
10.3.1935 Deutschland: Aufbau einer Luftwaffe
16.3.1935 Deutschland: Einführung der allgemeinen Wehrpflicht
=> Aufkündigung wesentlicher Teile des Versailler Vertrages
=> Protest der Westmächte => wirkungslose Reaktion
April 1935 Konferenz von Stresa ('Stresa-Front'; Großbritannien, Frankreich, Italien)
- gemeinsame Abwehr von möglichen dt. Angriffen am Rhein und in Österreich
- Ablehnung weiterer dt. Maßnahmen zur Revision des Versailler Vertrages
18.6.1935 Deutsch-britisches Flottenabkommen:
- Begrenzung der dt. Kriegsmarine auf 35 % der Stärke der brit. Marine
- gleiche Stärke der U-Boot-Flotten
=> Alleingang Großbritanniens; Belastung der Stresa-Front
Zugeständnis der maximalen Aufrüstung an Deutschland (im Bezug auf
wirtschaftliche und technische Möglichkeiten)
=> Gegenstandslosigkeit des Versailler Vertrages
Okt. 1935 Italienischer Angriff auf Abessinien
halbherzige Sanktionen des Völkerbundes (öffentliche Meinung in
Großbritannien fordert Sanktionen; Frankreich möchte Italien nicht als Bündnispartner verlieren)
Bruch der Stresa-Front
=> Unterstützung Italiens durch Deutschland: Annäherung
7.3.1936 Kündigung des Vertrages von Locarno
Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland
=> Großbritannien und Frankreich uneinig über Maßnahmen
=> italienische Rückendeckung Deutschlands
=> keine ernsthafte Reaktion
=> Ende des Versailler Vertragssystems
18.7.1936 Beginn des Spanischen Bürgerkrieges
Italien und Deutschland unterstützen General Franco (Falange)
Frankreich, UdSSR, Internationale Brigaden unterstützen Volksfront-Regierung
Großbritannien bleibt neutral
=> Kampf zwischen Faschismus und Kommunismus
=> Zusammenarbeit Italien - Deutschland
Okt. 1936 Vereinbarung über politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit (I/D)
"Achse Rom-Berlin"
11.4.1938 Einmarsch dt. Truppen in Österreich
Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich
=> keine Reaktion der Großmächte, insbesondere Großbritannien
Sept. 1938 Sudetenkrise
Drohender dt. Angriff auf Tschechoslowakei
15.9.1938 Besprechungen Hitler-Chamberlain auf dem Obersalzberg:
- Sudetenland wird an Deutschland abgetreten
(Angebot ohne Zustimmung der CSR)
22.9.1938 Godesberger Konferenz:
Forderung Dtl.:-Berücksichtgung der Ansprüche Ungarns und Polens
- Sofortiger Einmarsch dt. Truppen in die CSR
Ablehnung Großbritanniens
Mobilisierung in Frankreich und Großbritannien
29.9.1938 Münchener Konferenz (auf Anregung Mussolinis; G,F,I,D):
- Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland
- Besetzung durch dt. Truppen
- brit.-frz. Garantieerklärung für die verkleinerte CSR
=> Zurückweichen von Frankreich und Großbritannien vor der Androhung
von Gewalt; keine energische Gegenreaktion
=> Volkstumspolitik Hitlers wird als legitimer Grund angesehen
=> Eroberungspolitik Hitlers nicht erkannt
=> Stärkung Dtl. im Osten; Vormachtstellung in Mitteleuropa
30.9.1938 Deutsch-Britische Nichtangriffserklärung
6.12.1938 Deutsch-Französische Erklärung:
- Endgültige Anerkennung der französischen Ostgrenze
- Verbesserungen der Beziehungen
=> scheinbare Friedenspolitik Hitlers
15.3.1939 Besetzung der 'Rest-Tschechei'
=> Ende der Appeasement Policy
2. Frankreich
2.1. Innere Situation
- Wirtschaftskrise
- hohe Arbeitslosigkeit
- Geldentwertung
- Finanzkrise
- Politische Instabilität, häufiger Wechsel der Regierung
- Politische Rechte nationalistisch und deutschfeindlich, aber angezogen durch dt. Antikommunismus
- Politische Linke deutschfreundlich und pazifistisch, lehnt aber dt. Herrschaftssystem ab
=> Uneinigkeit über außenpolitischen Kurs
=>zunehmend Konzentration auf Innenpolitik
2.2. Militärische Situation
- Militärische Vormachtstellung auf dem Kontinent (Maginot-Linie)
- Rüstungsabstand zu Deutschland wird aber kleiner
- kompliziertes Bündnissystem, das eher Unsicherheit vor Rußland bei den Kleinstaaten schafft
- Ablehnung eines Weltkrieges
=>Aufgrund der innenpolitischen Situation und aus Furcht vor einer militärischen Niederlage gegenüber Deutschland immer mehr Anlehnung an Großbritannien
3. Innere Situation in Großbritannien (1933-39)
- Wirtschaftskrise
- hohe Arbeitslosenzahlen trotz Aufschwung
- Innenpolitische Stabilität (Kommunisten und Faschisten (Mosley) ohne Chance)
3.1. Innenpolitische Aspekte der Appeasement Policy
- Starkes Deutschland bedeutet wirtschaftliche Stärke
- Wirtschaftlicher Aufschwung von Nutzen für Großbritannien
- Großbritannien vor 1.Weltkrieg Haupthandelspartner Deutschlands
- Nazideutschland als Gegenpol zu Bolschewismus
- Falsche Einschätzung der Stellung und Macht Hitlers
- Unsicherheit über Ziele Hitlers
- Gegen eine Unterwerfung Europas, aber Selbstbestimmung der Völker
- Vermeidung eines Weltkrieges vorrangiges Ziel
3.2. Außenpolitische Grundlagen
- maßvolle Revisionsforderungen werden akzeptiert, solange britische Primärinteressen nicht gefährdet werden
- Reform innerhalb des Empire; mehr Eigenständigkeit der Dominions
- Großmachtstellung bedeutet große finanzielle Anstrengungen
- Machtstellung in Ostasien bedroht durch Japan
- Instabile Lage in Indien (Ghandi)
- Einflußbereich im Mittelmeer durch Italien bedroht
- Krise in Palästina
- Rüstungskosten zu hoch, um gegen Japan und Deutschland zu rüsten
=> kurzfristige Zugeständnisse, die aber langfristig die Expansion Dtl. unterstützen
=> Appeasement wird von Hitler als Zeichen der Schwäche verstanden
=> kein militärisches Gleichgewicht mehr
=> Ausweitung von Hitlers Machtpolitik bis zum Krieg
4.0. Quellenangabe