Das Turnier


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Buhurt
Turnierprofis
Kirchliche Strafen
Das Tjost
Turnei


Buhurt

Das Turnier entwickelte sich in seiner endgueltigen Form erst im Laufe der Zeit. Im 12. Jahrhundert stand das wort Turnier fuer ein Kriegspiel zwischen zwei verfehdeten Rittergruppen, ja sogar zwischen ganzen verfeindeten Heerscharen, die sich auf einem abgestecktem Gebiet, welches Waelder, Wiesen und auch Doerfer umfasste, wie in einer richtigen Schlacht bekaempften. Dieses Kampfspiel wurde melee ( franz. " Handgemenge ") oder auch Buhurt genannt. Die einzige feste Regel war, dass nur stumpfe Waffen verwendet werden durften. Man versuchte seinen Gegner nicht zu toeten, sondern nur vom Pferd zu stossen. Aber diese einzige Regel wurde oft missachtet und viele Ritter dabei gefasst, wie sie eine scharfe Waffe fuehrten.

Ein besiegter Ritter musste seinem Bezwinger Pferd und Ruestung ueberlassen und konnte sich gegen ein Loesegeld freikaufen. Dieses Kampfspiel artete oft in eine richtige Schlacht aus, die mehrere Stunden dauern konnte. Die Ritter wurden sogar von Fussoldaten unterstuetzt. Nicht selten gab es Schwerverletzte und sogar Tote von ungluecklich gefuehrten Schlaegen. Andere wurden von Pferdehufen zertrampelt oder brachen beim Sturz vom Pferd das Genick. Diese Tragoedien gehoerten fast zur Turnierordnung. Im jahre 1240 kamen auf einem Buhurt in Koeln 60 Ritter ums Leben.

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Turnierprofis


Trotz aller Gefahr war dieser Sport sehr beliebt bei den Rittern, besonders bei den jungen. Sie konnten hier zu Ansehen, Ruhm und Ehre kommen. Ausserdem brachte es ihnen auch fette Beute ein. Durch den Verkauf der erbeuteten Ruestungen und Pferde und durch die Loesegelder der gefangenen Ritter konnte man zu Reichtum kommen. Viele ritter zogen von Land zu Land, bloss um an melees teilzunehmen. Manche von ihnen entwickelten sich zu richtigen Profis und Spezialisten, denen ihr Ruf vorauseilte. Einer der beruehmtesten Recken war William Marshall. Er nahm in zwei jahren 103 Ritter gefangen und sammelte sich dadurch ein betraechtliches Vermoegen an.

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Kirchliche Strafen


Aus diesen zwei Gruenden veranlasste Papst Innozenz II. auf dem 2. Konzil von Clermont im jahre 1130, dass, wer bei einem Turnier zu Tode kam, nicht in geweihter Erde begraben werden durfte und kein christliches Begraebnis bekam. Doch dies nahm den Rittern die Lust an diesem Kriegspiel nicht. So wurden die kirchlichen Strafanordnungen immer haerter. Aber selbst die Erklaerung, dass ein auf einem Turnier gefallene Ritte die ewige Seligkeit verlieren koennte, fruchtete nicht. Lieber wollten die ritter in der Hoelle schmoren, als ihre Lieblingsbeschaeftigung aufzugeben. Im ahre 1316 hob Papst Johannes XXII. das Turnierverbot auf.

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Das Tjost


Im 13. Jahrhundert entstand eine weitere Turnierform, das Tjost. Hier traten nur zwei Ritter gegeneinander an. Sie stellten sich beim Lanzenstechen, der ersten Runde, auf beiden Seiten einer Holzbarriere auf, probierten, die Lanze ihres Gegners an ihrem Schild zu zerbrechen und gleichzeitig den Gegner aus dem Sattel zu heben. Wenn die dritte Lanze zerbrochen war oder beide Kaempfer zu boden stuerzten, wurde der Kampf mit stumpfen Schwertern am Boden weitergefuehrt. Schiedsrichter verteilten Punkte fuer faire und gut gefuehrte Schlaege. Zudem sorgten sie fuer die Einhaltung der Regeln.
Der Verlierer musste wie bei melee dem Sieger Pferd und Ruestung ueberlassen und war ihm zudem ein Loesegeld schuldig. Das Tjost setzt sich in letzter Zeit gegenueber dem melee immer mehr durch, weil die Ritter hierbei besser ihr Koennen und ihr Geschick im Umgang mit Waffen unter Beweis stellen koennen.

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Turnei


Es gibt aber noch eine weitere Art des Turnieres, ein mittelding zwischen Buhurt und Tjost, mit dem truegerischem Namen Turnei. Zwei kleinere gruppen Ritter treten im Lanzenstechen gegeneinander an. Die Seite, die am meisten gegnerische Ritter vom pferd wirft, hat gewonnen.


Nun, egal, um welche Art von Turnier es sich handelte, es war dies immer eine glanzvolle Begebenheit. Es ging zu wie auf einem Volksfest. Wenn die Kaempfe begannen, war die Luft von anfeuernden Rufen, Beifall und Geschrei, wenn ein Ritter zu Boden stuerzte, erfuellt. Es endete mit einer Siegerehrung und meist nach einer kurzen Ruhe- und Erholungspause in einem festlichen Gelage.

Alles in allem war das Turnier eine recht praktische Angelegenheit. Man konnte sich mit anderen Rittern messen, Ruhm und Ehre erwerben und zu Reichtum kommen. Der wichtigste Punkt, warum das Turnier wahrscheinlich vom Hochadel gebilligt wurde, war, dass der Ritter seinen Koerper und seinen Geist fuer kommende Schlachten in Form halten konnte.





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