Die Bewaffnung eines Ritters



Die Lanze
Das Schwert
Weitere Waffen
Die Rüstung
Der Schild
Der Waffenrock
Der Brustpanzer
Die Bewaffnung des Fußvolks

Die militaerischen Qualitaeten der Ritter lagen weniger in Gewandtheit und Geschwindigkeit, sondern in Zaehigkeit, Ausdauer und Kraft, oder eher sogar roher Gewalt. Dementsprechend fiel die Ausruestung eines Ritters aus.


Gezeichnet von Rose Oelbermann, 8a, 1996
Nach: Gilbert/Colbus, So lebten sie damals -
Die Ritter zur Zeit der Kreuzzüge

Die Hauptwaffe des Ritters war die Lanze und das Langschwert. Seltener kamen Streitkolben und Streitaxt vor. Am Anfang des Spaetmittelalter entwickelten sich einige Abarten von Waffen, der Morgenstern und der Streithammer, obwohl diese Waffen zu fuehren als unehrenhaft galt.

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Die Lanze

Die Lanze wurde als Stosswaffe verwendet. Zu anfangs war es ueblich, die Lanze ueber den Kopf zu schwingen und zuzustechen. Spaeter aber buergerte es sich ein, die Lanze unter der Achsel einzulegen, um so die Wucht des Ansturms auszunuetzen.

Die Lanze bestand aus einem 2,5 m bis 4 m langem Holzschaft, an dessen Ende eine lange eiserne Spitze befestigt war. Diese Waffe konnte bei einem groesseren Anlauf eine solche Wucht entwickeln, dass sie muehelos einen leichtgepanzerten Gegner glatt durchbohren konnte.

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Das Schwert

Die zweite Hauptwaffe war das Langschwert, eine Hiebwaffe mit einer Laenge von ca. 1,2 m. Es bestand aus einer beidseitig geschaerften Eisenklinge, zum Schutz der Hand waren am unteren Ende zwei Querstangen angebracht, die sogenannten Parierstangen. Das Heft, so nannte man den Schwertgriff, endete in einem meist reichverzierten Knauf, um das Schwert besser im Griff zu halten.

Zum Schutz wurde das Schwert in eine Schwertscheide gesteckt, wenn es nicht in Gebrauch war. Diese Schwertscheide war oft reich verziert. Mit dem Schwert konnte ein geuebter Krieger mit Leichtigkeit einem leicht gepanzertem Gegner die Gliedmassen vom Koerper trennen.

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Weitere Waffen

Zwei eher selten gefuehrte Waffen war die einblaettrige Streitaxt und der Streitkolben, an dessen Kopf sich sternfoermig sechs scharfe Metallblaetter befanden.

Der meist zweihaendig gefuehrte Streithammer, der dem Schmiedehammer nachempfunden ist, und der Morgenstern, der aus einem Schaft, an dessen Ende sich eine Metallkugel mit bis zu 10 cm langen Eisenspitzen befand, bestand, waren zwar aeusserst wirksame Waffen, wurden aber zurecht als unehrenhaft und unritterlich bezeichnet. Dennoch griffen vor allem junge Ritter zu diesen brutalen Waffen.

Die Waffen aenderten sich im Laufe der Zeit nur geringfuehgig.

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Die Ruestung

Anders war es bei den Ruestungen.

Die Ritter des Kreuzzugszeitalters trugen ein Kettenhemd oder seltener einen Schuppenpanzer. Das Kettenhemd bestand aus Tausenden von ineinandergreifenden Metallringen. Es bot mehr Schutz als der Schuppenpanzer und schraenkte die Bewegungsfreiheit nur gering ein.

Das Kettenhemd schuetzte den Leib, die Arme und reichte bis zum Knie. Es wurde durch Kettengamaschen zum Schutz der Beine und durch eine Kettenhaube, eine Art Kapuze, zum Schutz des Kopfes und des Halses ergaenzt. Ueber die Kettenhaube legte der Ritter noch einen Topfhelm oder auch die Barbiere, den Normannenhelm mit dem Nasenschutz. Der Topfhelm schuetzte den gesamten Kopf und liess nur einen schmalen Sehschlitz frei.

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Der Schild

Um die Hiebe des Gegners zu parieren, hatte der Ritter einen drachenfoermigen Holzschild, welcher meist durch einen Metallbuckel und einen Metallstreifen am Rand entlang verstaerkt war. Der Schild wurde um die Schulter gehaengt und konnte nur schlecht bewegt werden. Er reichte vom Boden bis zu den Schultern und schuetzte so den ganzen Ritter. Auf dem Schild wurde das Wappen des Herren oder das eigene Familienwappen gemalt, um die Zugehoerigkeit zu einem Heer zu zeigen.

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Der Waffenrock

Ausserdem trug der Ritter ueber dem Kettenhemd einen Waffenrock, der mit einem breiten Waffenguertel an die Huefte geschnallt wurde. Auf dem Waffenrock war meist auch noch das Wappen zu sehen. Unter dem Kettenhemd trug der Ritter ein Unterkleid, Gambeson genannt, aus dickem Stoff oder Leder, um das Gewicht des schweren Kettenhemdes abzupolstern.

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Der Brustpanzer

Etwa seit Mitte des 13.Jahrhunderts wird es gebraeuchlich ueber dem Kettenhemd einen eisernen Brustpanzer zu tragen. Diese Entwicklung ist auf die Erfindung staerkerer Fernkampfwaffen zurueckzufuehren wie der Armbrust oder dem Langbogen, die selbst eine Plattenruestung ohne Probleme durchschlagen konnten und noch so viel Wucht besitzen, den Traeger zu toeten.

Bei einem vollgepanzerten und vollbewaffneten Ritter konnte man mit Recht von einer schwergewichtigen Persoenlichkeit reden. Ein Kettenhemd wog 20 kg, Waffen und Helm yusammen 15 kg. Wenn man davon ausgeht, dass ein Ritter ein Koerpergewicht von 65 kg (da fast jeder Mensch im Mittelalter an Untergewicht litt) besass, hatte er ein Gesamtgewicht von 100 kg. Die Fernkampfwaffen wie Bogen, Armbrust und Wurfspeer beherrschte der Ritter, aber sie waren fuer ihn Jagdwaffen.

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Bewaffnung des Fußvolks

Das die Ritter begleitende Fussvolk aehnelte in seiner Bewaffnung den Rittern, hatte aber meist leichtere Ruestungen, um beweglicher und schneller zu sein.

Das Fussvolk setzte auch Fernkampfwaffen ein, meist Bogen spaeter auch zunehmend die Armbrust. Ihre Nahkampfwaffen waren sehr einfach, meist umgewandelte Werkzeuge oder Ackergeraete wie Axt, Speer, Dreschflegel, Sense ... .





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